Muddy Waters eine der größten Legenden des Blues

Die Bottleneck-Technik hat Muddy Waters sehr stark in sein Spiel einfliessen lassen Foto: Lubos Bena

Nur wenigen Musikern bleibt es vorbehalten, durch ihr Spiel einen neuen Stil zu prägen, und damit Generationen von nachfolgenden Musikern zu beeinflussen. Muddy Waters gehört ohne jede Frage dazu. Nicht allein, dass er als der unbestrittene König des Chicago-Blues gilt, durch die Einführung der elektrischen Gitarre in den Blues wurde er zum Wegbereiter der Rockmusik. Für unzählige Gitarristen und Sänger ist er Vorbild und Inspiration gewesen. Allen voran den “Rolling Stones”, deren Name sich sogar von einem Muddy-Waters-Song her leitet. Muddy Waters wurde 1915 als McKinley Morganfield in Rolling Fall, Mississippi, geboren. Weil er als Kind gern an schlammigen Gewässern gespielt haben soll, wurde er von seiner Familie Muddy Waters genannt. Schon früh machte sich sein musikalisches Talent bemerkbar. Er begann Mundharmonika zu spielen und wechselte 1932, mit 19 Jahren, schließlich zur Gitarre. Auf diesem Instrument entwickelte er schon bald eine sehr prägnante Bottleneck-Technik. Während er also tagsüber sein Geld als Traktorfahrer verdiente, spielte er nachts in verschiedenen Klubs Bluessongs, darunter viele Eigenkompositionen. Die erste Aufnahme, auf der Muddy Waters zu hören ist, stammt aus dem Jahre 1941 und wurde von den Musikforschern John Work und Alan Lomax gemacht, aber zu dieser Zeit nicht veröffentlicht. 1943 zog Muddy Waters nach Chicago. Er arbeitete in einer Papierfabrik und gewann mehr und mehr an Anerkennung als Bluesmusiker. In Chicago vollzog er auch den Wechsel von der akustischen zur elektrischen Gitarre. 1946 machte er zusammen mit Jimmy Rogers und Little Walter mehrere Aufnahmen für die Plattenfirma 20th Century Records, denen allerdings kein Erfolg beschieden war. Dennoch erspielen die drei MUsiker als “The Headhunters”ein immer größeres Livepublikum. Aber erst 1948 verhalfen ihm die beiden Songs “I Can´t Be Satisfied” und “I Feel Like Going Home” (Aristocrat Records) zumindest regional zu ein wenig Ruhm. Da ihn die Plattenfirma weiter unterstützte, konnte er 1951 den Song “Louisiana Blues” und 1952 “She Moves Me” veröffentlichen, wodurch er eine größere Bekanntheit erlangte. Der Chicago Blues war geboren. Ab 1953 spielte Muddy Waters mit dem Pianisten Otis Spam, dem Bassisten Willie Dixon und dem Drummer Little Walter in einer Band, und legte mehr Wert auf seine Fähigkeiten als Sänger. Als 1954 sein “Hoochie Coochie Man” erschien, war das sein Durchbruch zum internationalen Erfolg und auch einer seiner Greatest Hits. Bis Anfang der sechziger Jahre gilt Muddy Waters nun als der unbestrittene König des Blues. Mitte der Fünfziger Jahre unternimmt er drei Konzertreisen nach England. Dort wird er zum Idol und Vorbild solch exzellenter Gitarristen wie Eric Clapton oder Jeff Beck. 1960 ist Muddy Waters mit seiner Band der Hauptact des Newport Blues Festivals. Anfang der Sechziger Jahre verliert der Blues in den USA an Beliebtheit, der Rock and Roll hat seinen Siegeszug begonnen. Aber in Europa gewinnt er an Popularität, da viele englischen Beatmusiker ihre Wurzeln in dieser Musik sehen. Auch das American Blues Festival hat seinen Anteil daran, dass Muddy Waters ein gefeierter Musiker bleibt. Ende der sechziger Jahre bringt Chess-Records, die Plattenfirma, bei der Muddy Waters bis 1976 unter Vertrag ist, die LP “Electric Mud” heraus, auf der seine Songs mit psychedelischen Elementen verbunden werden. Wesentlich erfolgreicher wird das Doppelalbum “Fathers and Sons”, das aus einer Platte mit Studioaufnahmen und einer zweiten mit dem Mischnitt eines Livekonzertes besteht. Aber erst als er Mitte der siebziger Jahre bei dem “Blue Sky”-Label unterschreibt, und das von Johnny Winter produzierte “Hard Again”-Album aufnimmt, kehrt er wieder zum ursprünglichen Chicago-Blues zurück. 1977 erhält er dafür einen Grammy. Mehr zu diesem Musikpreis gibt es unter www.focus.de. Seine letzte LP, “King Bee” nimmt er 1981 wieder mit Johnny Winter als Produzent auf. Auch sie wird zu einem grandiosen Erfolg. Aufgrund seines schlechten Gesundheitszustandes unternimmt Muddy Waters seine letzte Europatournee 1980. Das letzte von ihm erhaltene Tondokument ist eine Session mit den Mitgliedern der “Rolling Stones” in der Checkerboard Lounge in Chicago. Am 30. April 1983 stirbt Muddy Waters in Westmont, Illinois. 1987 wird er in die Rock´n Roll Hall of Fame aufgenommen, und 1992 mit einem Grammy für sein Lebenswerk geehrt. Das Musikmagazin “Rolling Stone” wählte in zur Nummer 53 der 100 besten Sänger aller Zeiten. “Vom Blues kommt alles, zum Blues kehrt alles zurück”, hat Muddy Waters einmal gesagt, ein besseres Credo kann für sein Leben nicht gefunden werden. Neben all den Ehrungen und Preisen erschienen auch noch zahlreiche Bücher und Publikationen in diversen Zeitschriften und Magazinen.